Fressen für den Naturschutz – Sabotage und Manipulation an Beweidungszäunen, wir bitten um Ihre Mithilfe!

Nackenheim wächst. Und damit werden vorher unbebaute Grundstück an den Ortsrändern überbaut. Die Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft wie sie durch die Ausweisung von Baugebieten im Rahmen der Bauleitplanung oder durch viele sonstige Vorhaben entstehen, müssen durch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen kompensiert werden. Weiterhin hält die Gemeinde sogenannte Ökokontoflächen für künftige Baumaßnahmen vor.
Es handelt sich aktuell um über 20 Flächen und über 23 Hektar für die es ein Ziel- und Entwicklungskonzept gibt. Neue Flächen werden zunächst in einer 1-3 Jahre langen Herstellungspflege vorbereitet. Die anschließende Pflege wird im Regelfall durch Mähen gewährleistet, was zum Teil einen hohen Personalaufwand erfordert.
Seit nunmehr zwei Jahren wird die Ortsgemeinde Nackenheim bei der Pflege ihrer Ausgleichsflächen tierisch unterstützt. Die Beweidung der Naturschutzflächen wird mit über 50 Ostpreußischen Skudden Schafen und bis zu 20 Walliser Ziegen durchgeführt. Aktuell stehen neben den Schafen noch vorrübergehend sieben Buren Ziegen in Nackenheim. Die Walliser Ziegen kommen demnächst wieder ins Nackenheimer Unterfeld. Die Beweidung ist die naturverträglichste Art der Grünlandpflege, da beim Mähen – und noch mehr als beim Mulchen – Tiere und ihre Entwicklungsstadien getötet werden können. Bei der Weide können Eidechsen, Kröten, Heuschrecken und co. entkommen.
Die Maßnahme wird von der Bevölkerung sehr gut angenommen und unterstützt die Ortsgemeinde ihre Pflegeverpflichtung kostenoptimiert durchzuführen. Mittlerweile bieten auch Privatpersonen ihre Fläche zur Beweidung an, was dem Schäfer eine Planungssicherheit gibt. Die Pflegeflächen des Vereins Lebenswertes Nackenheim e.V., welche die ökologisch wertvollsten Flächen in Nackenheim darstellen, wurden sukzessive in das Beweidungssystem integriert.
Die Schafe und Ziegen werden mit einem elektrifizierten Schafnetz oder einem Litzenzaun („Elektrozaun“) auf der Fläche gehalten. Der Strom auf dem Zaun sichert zum einen die Tiere gegen Gefahren von außen und sorgt dafür, dass die Tiere den Zaun respektieren. Wenn der Zaun stromfrei ist, gilt er nicht mehr als hütesicher und die Gefahr, dass die Tiere ausbrechen steigt erheblich.
Seit 2 Jahren haben wir in Nackenheim das Problem, dass der Elektrozaun regelmäßig sabotiert wird. Das geschieht über alle Standorte der Tiere vom Unterfeld bis weit ins Eichelsbachtal. Durch die ständigen Zaunmanipulationen werden die Tiere dazu konditioniert den Zaun nicht mehr zu respektieren und regelmäßig auszubrechen, das war bereits im Jahr 2021 der Fall. Dann ist es sehr schwer wieder eine Hütesicherheit durch Zäunung herzustellen. Wenn der Zaun häufiger stromfrei ist, besteht zudem die Gefahr, dass die Tiere bei eingeschaltetem Strom versuchen den Zaun zu überwinden und darin hängen bleiben und durch den Strom getötet werden, das ist leider schon zweimal im vergangenen Jahr vorgekommen.
Wir bitten Sie freilaufende Schafen oder Ziegen sowie Beschädigungen oder Beobachtung am Zaun umgehend mitzuteilen.
Vielen Dank!
Kontakt:
Ortsbürgermeister René Adler
Tel.: 06135 5625
Mail: ortsgemeinde-nackenheim@vg-bodenheim.de

Dipl.-Biol. Jens Tauchert
Tel.: 0171-6828580 (auch WhatsApp)

Gerhard Weitmann Schäfer
Tel.: 0170 2155911 (auch WhatsApp)

Infos:
https://de.wikipedia.org/wiki/Skudde
https://de.wikipedia.org/wiki/Walliser_Schwarzhalsziege
https://de.wikipedia.org/wiki/Burenziege